Deutsche Holsteingenetik weltweit gefragt
Der Export von Deutschen Holsteinrindern im ersten Halbjahr 2009 war von einer guten Nachfrage aus insgesamt 30 Ländern gekennzeichnet. Über 30.000 Zuchtrinder wurden ins Ausland verkauft, dies sind rund 25% mehr als im Vorjahrszeitraum. Damit liegt der Exportumfang zur Jahreshälfte im Schnitt der letzten fünf Jahre.
Die flächendeckende Impfung der Rinderbestände in Deutschland gegen die Blauzungenkrankheit (BT) Virustyp 8 ermöglichte den Export von Rindern in die BTV 8 freien Gebiete innerhalb der EU. Dadurch konnten insbesondere die traditionellen Käuferländer Italien und Spanien wieder sehr stark auf deutsche Holsteingenetik zurückgreifen. In diese beiden Länder wurden jeweils in den ersten sechs Monaten bereits mehr Tiere verbracht als im Gesamtjahr 2008. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der von Auktionen ins Ausland verkauften Rinder, denn hier sind es insbesondere die Kunden aus Südeuropa, die das Marktgeschehen wesentlich beeinflussen. Rund 10% aller exportierten Rinder stammen von den Auktionsplätzen in Deutschland, wobei es sich überwiegend um laktierende Tiere handelt.
Nicht verschwiegen werden darf der um rund 150 Euro niedrigere Durchschnittspreis je Rind im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl beinhaltet einen nicht realisierten Gewinn von 5 Mio. Euro von Januar bis Juni 2009 der an der Exportvermarktung beteiligten Zuchtbetriebe.
Aufgrund von nicht praktikablen Auflagen hinsichtlich der Blauzungenkrankheit für die Käuferbetriebe in Russland, kam der Export dorthin fast vollständig zum Erliegen. Dieser Einbruch wurde erfreulicherweise durch die große Nachfrage innerhalb der EU und insbesondere in Marokko und Algerien mehr als kompensiert. Erstmalig seit der BSE-Krise wurde vor der Sommerpause wieder eine große Lieferung von Zuchtrindern für Ägypten abgefertigt.
Die Aussichten für den Export im zweiten Halbjahr werden wesentlich von der weiteren Entwicklung der BT mit ihren verschiedenen Virustypen, die uns in Deutschland bedrohen, beeinflusst. Bleibt das Krankheitsgeschehen stabil, ist mit keinen weiteren größeren Hemmnissen aufgrund der BT im Auslandsgeschäft zu rechnen. Der Export nach Russland von gegen BT Virustyp 8 geimpften Rindern wird weiterhin nur unter den bereits oben erwähnten Auflagen stattfinden können. Damit steht Russland kurzfristig als Absatzmarkt nur sehr bedingt zur Verfügung, obwohl der Bedarf an Zuchtrindern für den Aufbau einer nachhaltigen heimischen Milchproduktion immer noch sehr hoch ist.
Nach einer intensiven Sommerpause im Drittlandsexport wird sich der Verkauf im Herbst rasch beleben, denn neben den nordafrikanischen Ländern haben auch bereits Ägypten und Libyen größere Aufträge in Aussicht gestellt.

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