DHV-Schau 2009
Moderne Holsteinkühe von internationalem Format
Am 18. Juni 2009 fand in Oldenburg die Deutsche Holstein-Schau statt. Gut 230 schwarzbunte und rotbunte Holsteinkühe stellten sich dem Urteil der Preisrichter Markus Mock und Martin Biederbick. Beide bestätigten der gut besuchten Schau ein ausgesprochen hohes Qualitätsniveau von internationalem Format. Das spannende Programm beinhaltete auch eine sehr informative Nachzuchtschau mit 15 Töchtergruppen.
„Noch selten war die Tierqualität einer DHV-Schau so durchgängig hoch wie in diesem Jahr. Das Schaukontingent hatte zweifellos internationales Format“, so das Urteil der beiden Preisrichter. Bei der Grand Champion-Auswahl einigten sie sich schnell auf die Stormatic-Tochter Krista von Jörg Seeger und Windlooper Holsteins. „Diese Kuh bietet alles, was wir von einer modernen Holsteinkuh erwarten“, kommentierte Markus Mock. „Außerdem hat sie das beste Euter der Schau.“
Färsenklassen: Erfolg für deutsche Genetik
Die schwarzbunten Färsen waren aufgrund von Typunterschieden nicht ganz einfach zu richten. Am Ende hatten die edlen, jugendlichen Färsen mit viel Entwicklungspotenzial die Nase vorn. Der Sieg ging an die von Thomas Wiethege, Halver, vorgestellte ZS E Mail, die als Ticket-Tochter aus einer Jedstar-Mutter deutsche Genetik repräsentiert. E Mail hatte etwas mehr Kraft und Breite als die Reservesiegerin DRH Esprit (Goldwyn) von Dietmar Richter, Hinte, die durch ein außergewöhnlich lebhaftes und wunderschön beadertes Hintereuter bestach.
Bei den jungen Kühen gingen Sieg und Reservesieg an die Ia- und die Ib-Kuh aus der gleichen Klasse. Eindeutige Siegerin war hier die Goldwyn-Tochter Lys Adia von der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf, die extrem viel natürlichen Milchtyp ausstrahlte und über einen ganz trockenen Körperbau verfügte. Ihr folgte die Testbullen-Tochter Mona (Lindgren) von Volker Carstens, Visselhövede.
Hochspannung in den mittleren Klassen
Höhepunkt des Schauwettbewerbs waren die Klassen der Dritt- und Viertkalbskühe, die mit einer unglaublichen Qualitätsdichte aufwarten konnten. Bereits in der ersten Klasse dieser Kategorie ließ Markus Mock mit einer begeisterten Kommentierung der Champion-Tochter Bessy von Johannes Hempen, Wippingen, keinen Zweifel daran, dass sie auch bei der Siegerauswahl ein Wörtchen mitreden würde. Das gleiche gilt für Krista von Jörg Seeger und Windlooper Holsteins, die Siegerin der nächsten Klasse. Ergänzt wurde dieses Duo noch um die Ramos-Tochter Angelika, die Ib-Kuh hinter Krista, sowie die Viertkalbskuh Imela, eine gewaltige Elayo-Tochter. Die Siegerauswahl der mittleren Klassen gehörte zu den bewegendsten Momenten der Schau, da hier die Entscheidung zwischen zwei echten Ausnahmekühen gefällt werden musste. Der Preisrichter machte kein Hehl daraus, wie sehr ihn sowohl Krista als auch Bessy begeisterten. Obwohl es für ihn letztlich eine klare Entscheidung zugunsten von Krista war, hätte er Bessy gerne bei der Grand Champion-Auswahl dabei gehabt. Seiner Meinung nach war Krista der mit einem gewaltigen Körper beeindruckenden Bessy in der Euterqualität eindeutig überlegen. Außerdem zeichnete sie sich durch einen extrem harmonischen, ausbalancierten Körperbau aus und wirkte trotz der sehr milchtypischen Ausstrahlung in keiner Hinsicht extrem.
Die alten Klassen der schwarzbunten Holsteins waren in diesem Jahr zwar zahlenmäßig nicht so stark besetzt, boten aber dennoch einen beeindruckenden Anblick. Hier ging der Sieg an die Starleader-Tochter Eke Lesta von Hein Ekenhorst, Hesterkante, die ebenso wie die Reservesiegerin HSK Hawai, eine Juote-Tochter von Rainer Ahrens, Midlum, das Euter noch höher trug und noch jugendlicher wirkte als RZB Karina (Bambi) und die Lynch-Tochter BcH Berolina, die auch zur Siegerauswahl im Ring standen.
Breite Spitze bei den rotbunten Holsteins
Der von Martin Biederbick gerichtete Rotbunt-Wettbewerb zeichnete sich durch eine breite Qualitätsspitze aus. Bei den Färsen setzte sich die etwas breitere und stärker gebaute Talent-Tochter Clara von Hatke & Cloppenburg, Bösel, gegen die ganz feine, jugendliche und mit hervorragender Fundamentqualität ausgestattete Joyboy-Tochter Tiana durch. Sie war von ihrem Züchter Friedrich Köster bei der DHV-Genetik Auktion am Vorabend für 5.000 Euro an Gerhard Fassnacht, Horb, verkauft worden.
Auch bei den Rotbunten kam es in den mittleren Klassen zu der engsten Entscheidung. Hier trat die bereits als Färse vielfach prämierte Talent-Tochter RH Maxima vom Maxima-Syndikat an. Sie hatte erst Ende Mai wieder gekalbt und war noch nicht in optimaler Schaukondition. Trotzdem gab der Preisrichter ihr den Vorzug vor der mit einem nahezu perfekten Euter ausgestatteten Rustler-Tochter Hazia von Gerhard Fassnacht, Horb, die in der gleichen Klasse wie Maxima angetreten war. Er begründete diese Entscheidung mit Maximas kraftvollem Körperbau und ihren Vorzügen in der Bewegung, die er nicht zuletzt auf ihr breites Becken zurückführte.
Die alten Kühe traten in einer Klasse an, aus der sich dementsprechend auch die Siegerkühe rekrutierten. Mit Dunja (Faber), Lor (Lentini) und Feuer (Cadon) machten drei hoch dekorierte Schaudiven die Entscheidung unter sich aus. Den Titel sicherte sich Dunja vom Milchhof Wesenberg, die mit einer rundum optimalen Kondition voll überzeugte. Vor allem aufgrund von Dunjas Frische im Euter musste sich Lor von Herwig und Sven Friedrichs, Großenkneten, die schon deutlich länger in Milch war, mit dem Reservesieg zufrieden geben.
Auswahl „Grand Champion 2009“
Das Aufstellen der Siegerkühe zur Auswahl des Grand Champions war ein Augenschmaus für jeden Freund der modernen Holsteinkuh. Außerdem war es erstmals der krönende Abschluss der Veranstaltung, da die Nachzuchtpräsentation in diesem Jahr als Teil des Schauprogramms bereits um die Mittagszeit stattgefunden hatte. Dass der Gesamtsieg am Ende ebenfalls an Krista ging, kam nicht ganz unerwartet, da ihre Vorzüge bereits bei der Siegerauswahl der mittleren Klassen ausgiebig gewürdigt worden waren.
Sehr informative Nachzuchtschau
Im Gegensatz zu anderen Jahren fand die Präsentation der Nachzuchten nicht nach, sondern während der Schau statt. Mit 15 vorgestellten Töchtergruppen erwies sich dies als echte organisatorische Herausforderung, die gut gemeistert und durch das große Interesse der Zuschauer honoriert wurde. Neben den Zukunftsbullen Aspen, Elite, Mirror, Radon, Rainman, Tilo und Vincente, die noch ohne oder mit erst vorläufigen Zuchtwerten angetreten waren, präsentierten sich die aktuellen Topvererber Cassano, Ruacana, Sallas und Zabing. Außerdem stellten Emil II, Janos, Jetlag und Ludox ihre Vererbungsqualität mit Töchtern aus dem Wiedereinsatz unter Beweis. Mit deutlichem Vorsprung wählte das Publikum die Cassano-Gruppe zur besten Nachzucht.
Die Nachzuchten
Zukunftsbullen
Aspen Lancelot x Garter LTR
Elite Emil x Storm ZBH
Mirror Merchant x Rudolph RSA
Radon Ramos x Manfred RUW
Rainman Ramos x Orion OHG
Tilo Titanic x Webster RMV
Vincente September x Celsius RSH
Neue Vererber
Cassano Champion x Convincer WEU
Ruacana Rubens Red x Lentini WEU
Sallas Stormatic x Rudolph WEU
Zabing RF Zunder x Rudolph RSH
Wiedereinsatzbullen
Emil II Emerson x Esquimau VOST
Janos Jocko Besne x Juror MAR
Jetlag Jeff x Duster RUW
Ludox Lucky Red x Patron RUW


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