Eine Auswertung nach Regionen (siehe Grafik) weist für die EU-27 folgende Kennwerte aus: EUSüd (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien) 25,5 %, EU-Ost 9,6 % und EU-Mitte 6,8 %. Vor allem traditionelle Käuferländer im innergemeinschaftlichen Handel wie Italien, Spanien, Polen und Groß- britannien haben die Angebote der Zuchtorganisationen in Form der Auktions- und Ab-Hof-Vermarktung genutzt, um bewährte deutsche Holsteingenetik zu erwerben. Der Drittland-Anteil in 2010 betrug 58,1 %. Die wichtigsten Abnehmerländer (Marokko, Algerien,Libanon und Ägypten) sind in der nordafrikanischen/arabischen Region zu finden. Die positive Entwicklung im letzten Kalenderjahr ist durch eine über das Jahr kontinuierlich verteilte Nachfrage gekennzeichnet. Die in der Vergangenheit häufig zu beobachtende „Sommerpause“ im Drittlandsgeschäft fiel dieses Jahr aus, vor allem aufgrund der guten Witterungsverhältnisse in Nordafrika und aufgrund neu erschlossener Märkte (z.B. Ägypten). Zusätzlich wurden von alt bekannten Wirtschaftspartnern (z.B. Algerien) seit Herbst 2010 wieder intensiv Zuchtrinder geordert.
Trotz der guten Exportnachfrage sind die Durchschnittspreise für tragende Rinder in 2010 nur geringfügig angestiegen. Viele Exportankäufe, insbesondere auch für Drittländer, haben einen relativ langen zeitlichen Vorlauf.
Daher bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang sich die aktuell hohen Preise auf Zuchtviehauktionen in der Exportvermarktung widerspiegeln werden.
Die aktuelle Nachfrageentwicklung ist durch das große Interesse vieler Abnehmerländer geprägt, die einheimische Milchproduktion durch den Import von Zuchtrinder zu erhöhen. Neben den bereits genanten Ländern ist insbesondere auch in der Türkei seit mehreren Monaten ein hoher Importbedarf festzustellen. Aufgrund von veterinärmedizinischen Vorgaben (Blauzungenkrankheit und BSE) können zurzeit nur sehr wenige EU-Länder in die Türkei liefern. Sollten hier in den nächsten Wochen bzw. Monaten Anpassungen vorgenommen werden und sich der türkische Markt öffnen, ist mit einem starken Nachfrageschub zu rechnen.
Seit Dezember 2009 hat es in Deutschland keinen Blauzungenfall mehr gegeben. Wird die Situation stabil bleiben, erleichtert dies mittelfristig die Zuchtrinderexporte. Hiervon unabhängig sollte die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit auf freiwilliger Basis weitergeführt werden, um alle
Exportmärkte bedienen zu können.
Die aktuellen Entwicklungen der Exportmärkte sind positiver Natur. Sie zeigen die Bedeutung, die eine eigene Rinderzucht und Milchproduktion in den Abnehmerländern besitzt. Die Nutzung deutscher Holsteingenetik ist eine gute Basis, die Potentiale vor Ort auszuschöpfen.


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