Exportzahlen 2011

2011 erneut ein positives Exportjahr für Deutsche Holsteins
Positive Preisentwicklung aufgrund hoher Nachfrage und knappem Angebot
In den letzten Jahren erfreuen sich Holstein-Zuchtrinder mit dem Prädikat Made in Germany
einer weltweit hohen Nachfrage. Bereits im dritten Jahr in Folge wurden mehr als 70.000 Zuchtrinder in über 30 Länder exportiert. Aufgrund des generell knappen Angebotes und der guten inländischen Nachfrage durch aufstockungswillige Betriebe wurden die Stückzahlen des vergangenen Rekordjahres nicht ganz erreicht. Insgesamt wurden 71.846 deutsche Holstein-Zuchtrinder in alle Welt exportiert. Dem geringen Rückgang in den Stückzahlen steht ein deutlicher Anstieg in den Ankaufspreisen gegenüber, sodass in 2011 ein Rekordumsatz erwirtschaftet wurde.
Der innergemeinschaftliche Handel (EU-27) wurde wiederrum durch die starke Nachfrage aus Italien dominiert. Rund 13.000 Zuchtrinder, das entspricht ca. 50% des gesamten EU-Exports, wurden vor allem in die spezifischen Milchproduktionsregionen Italiens exportiert. Eine Aufteilung aller EU-Exporte in Hauptregionen (siehe Grafik) spiegelt folgende Verteilung wider: EU-Süd (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien) 22%, EU-Ost 11% und EU-Rest 4%. Der steigende Anteil der osteuropäischen Käufer ist vor allem durch die zunehmende Bedeutung des polnischen Marktes zu erklären. Viele traditionelle EU-Käuferländer nutzen neben der Ab-Hof-Vermarktung auch das bewährte System der Auktionsvermarktung.
Die Bedeutung der Drittlandmärkte ist weiterhin groß. 63% aller Exportrinder wurden vor allem in den nordafrikanisch/arabischen Raum bzw. in östliche Drittländer exportiert. Die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten nimmt in diesen Ländern schneller zu als das die einheimische Produktion steigt. Daher werden Entwicklungsprojekte im Agrarbereich forciert. Durch solche Projekte wird häufig die Finanzierung der Zuchttiere gesichert, wobei Molkereien oder landwirtschaftliche Genossenschaften unterstützend mitwirken. Trotz der politischen Veränderungen in einigen nordafrikanischen und arabischen Ländern und den damit verbundenen Unsicherheiten sind Länder wie Marokko, Algerien, Ägypten, Kuwait und Libanon weiterhin bedeutende Kunden. Als wichtige östliche Abnehmerländer kristallisieren sich Russland, Kasachstan und einige Nachbarstaaten heraus. Mehr als ein Jahr lang wurde über den Export in die Türkei verhandelt, da die türkische Nachfrage seit Langem sehr hoch ist. Nachdem im November 2011 der türkische Markt geöffnet wurde, sind erste Ankäufe getätigt worden. Der Bedarf an Zuchtrindern in der Türkei ist sehr groß, sodass für 2012 mit einem starken Nachfrageschub zu rechnen ist.
Seit mehr als zwei Jahren hat es in Deutschland keinen Fall der Blauzungenkrankheit gegeben. Voraussichtlich im 1. Quartal 2012 wird Deutschland die offizielle Anerkennung der BT-Freiheit erhalten, wodurch sich mittelfristig der veterinärhygienische Aufwand für den Export reduzieren lassen sollte. Kostendeckende Zuchtviehpreise und ein kontinuierlicher Absatz von Exportrindern sind wesentliche Säulen einer rentablen Rinderzucht. Die generell hohe Nachfrage sowie die nachhaltige und partnerschaftliche Betreuung internationaler Kunden bilden eine solide Basis für weitere Exporterfolge. Eine stabile Tierseuchenlage vorausgesetzt, sind die Vorzeichen für das Exportjahr 2012 positiv.
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Pressemitteilung Exportzahlen 2011
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