Über 130 Jahre Deutsche Holsteinzucht - Wie alles begann


In Deutschland wurde die erste offizielle Stammzuchtgenossenschaft 1876 in Fischbeck in der Altmark gegründet. Das Ziel war, reinblütige Zuchtstiere der schwarzbunten Niederungsrasse einzusetzen und so diese Rasse in Reinzucht zu entwickeln. Die Zahl der regionalen Züchtervereinigungen und Zuchtgenossenschaften wuchs fortan immer stärker, um sich in späteren Jahren zu größeren Organisationen neu zu formieren. Bis heute haben sich viele einflußreiche Kuhfamilien erhalten, deren Stamm-Mütter auf die ersten Eintragungen in die Herdbücher norddeutscher Zuchtregionen zurückgeführt werden können.


Primel

In den meisten Zuchtorganisationen wurden schwarzbunte und rotbunte Tiere zunächst im gleichen Zuchtbuch geführt und das Zuchtziel für beide Farbrichtungen war identisch. In späterer Zeit erfolgte dann die Gründung von Zuchtverbänden, die nur für Schwarzbunte oder Rotbunte zuständig waren.


Geschichteherde

Durch die Weltkriege wurde die Arbeit der Zuchtverbände stark beeinträchtigt. Allerdings nahmen die Herdbuchgesellschaften dank dem Einsatz passionierter Züchter ihre Arbeit immer wieder auf, um somit den Fortbestand der deutschen Holsteinzucht und ihrer Qualitäten zu sichern. Diese Entwicklung lief sowohl in Westdeutschland als auch im besetzten Teil Ostdeutschlands.



Um die Mitte der 60-er Jahre intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen Zuchtorganisationen und Besamungsstationen, um den weiteren Zuchtfortschritt zu sichern.
Diese Strukturentwicklung setzte sich fort, so dass immer größere Besamungszuchtorganisationen heranwuchsen. Nach der Wiedervereinigung gelang es auch in den neuen Bundesländern, die Rinderzucht nach dieser Strategie neu zu formieren. In der Zwischenzeit hatten sich auch die Zuchtziele zwischen Schwarzbunt und Rotbunt so stark angenähert, dass 1996 ein gemeinsames Zuchtziel für schwarzbunte und rotbunte Holsteins festgelegt wurde.


Das Potenzial für rentable Milchproduktion

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Auf rund 17.600 Zuchtbetrieben stehen über 1,8 Millionen Herdbuchkühe. Damit verfügt Deutschland über die weltweit größte Holstein-Herdbuchpopulation. Die Zahl der Holsteinkühe in der Milchleistungsprüfung liegt bei etwa 2,4 Millionen. Jährlich durchlaufen rund 1.000 schwarzbunte und rotbunte Testbullen das Nachkommenprüfprogramm. Scharfe Selektionskriterien bei der Auswahl der Bullenmütter und Bullenväter sowie ein ungelenkter Testbulleneinsatz mit unabhängiger Datenerfassung gewährleisten einen hohen Zuchtfortschritt.

 


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Seit Jahrzehnten werden Zuchtprogramme in Deutschland nach den modernsten Erkenntnissen durchgeführt. Sie bilden das Fundament für das hohe Leistungspotenzial und das funktionelle Exterieur der deutschen Holsteinkuh. Darüber hinaus sind Nutzungsdauer, Fruchtbarkeit und Eutergesundheit Merkmale mit einem sehr hohen Stellenwert.

Diese Kombination wirtschaftlich wichtiger Merkmale macht Deutsche Holsteins zu rentablen Milchkühen, die deutsche Milchproduzenten und ihre Kollegen in aller Welt gleichermaßen zu schätzen wissen. So werden Jahr für Jahr zehntausende Herdbuchrinder in über 40 Länder exportiert. Sperma deutscher Top-Bullen sowie Embryonen aus bewährten deutschen Kuhfamilien sind weltweit gefragt.


 


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