Zuchtrinderexport 2009
Deutsche Holsteins weltweit nachgefragt
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein deutliches Exportplus 2009
Im Kalenderjahr 2009 wurden insgesamt 70.326 Zuchtrinder der Rasse Deutsche Holsteins exportiert, wodurch eines der besten Ergebnisse der letzten Jahre erzielt wurde. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein deutliches Plus von 23.200 Holsteinrindern (rund 50 %), wobei in 2008 der Export aufgrund der Blauzungen-Restriktionen stark eingeschränkt war.
Die Holstein-Zuchtrinder (94 % schwarzbunt, 6% rotbunt) wurden in insgesamt 32 Länder exportiert. Wichtigste Abnehmerländer im Jahr 2009 waren Italien, Marokko, Spanien und Algerien. Fast die Hälfte (46 %) aller Exporte wurde in Abnehmerländer außerhalb der EU verkauft. Die Betrachtung der wichtigsten Drittlandsmärkte zeigt die große Bedeutung der nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Ägypten sowie der Länder Libanon, Russland und Kroatien. Bedeutende Abnehmer innerhalb der EU waren Italien, Spanien, Großbritannien, Belgien, Griechenland, Portugal und die Niederlande. Aufgrund des in 2009 innerhalb der EU fast einheitlichen Blauzungen-Status konnten Zuchtrinder ohne große Verbringungseinschränkungen vermarktet werden.
Im Vergleich zum Vorjahr konnten, trotz der großen Nachfrage nach deutschen Holstein-Zuchtrindern, die Zuchtviehpreise nicht gehalten werden. Der bundesweite Durchschnittspreis pro Tier lag rund 200 Euro unter dem des Jahres 2008. In den letzten Monaten ist jedoch das Preisniveau wieder anzogen.
Die befürchteten Auswirkungen der Banken- und Finanzkrise haben sich anscheinend in der Exportvermarktung nicht so extrem niedergeschlagen. Zwar zeigten sich Auswirkungen auch im Drittlandsexport. Allerdings gab es auch positive Signale. So ist Algerien wieder stärker als Käufer in Erscheinung getreten. In einigen Ländern gibt es zum Teil staatliche Unterstützung für Investitionen in die Milchproduktion. Darüber hinaus hat Ägypten, das vor der BSE-Krise ein wichtiger Abnehmer für Holstein-Zuchtrindern aus Deutschland gewesen ist, in 2009 erstmals wieder deutsche Zuchtrinder importiert. Die Wiederöffnung Ägyptens hatte auch Signalwirkung für weitere Länder in dieser Region, die zum Teil bereits Interesse bekundet haben.
Augrund des Wegfalls der Blauzungen-Impfpflicht in Deutschland sind für 2010 die Rahmenbedingungen in Bezug auf die Blauzungenkrankheit schwer abzuschätzen. Zwar sind die Verbringungsregelungen innerhalb der EU mittlerweile beherrschbar. Ein großer Teil der Drittländer fordert aber mittlerweile BT-Impftiere und schätzt den Vorteil dieser geimpften Zuchtrinder. Jeder Holsteinzüchter, der auch zukünftig Zuchtrinder über den Export vermarkten will, sollte daher unbedingt die Blauzungenimpfung auf freiwilliger Basis fortsetzen.
Die Entwicklungen der letzten Monate im Exportmarkt sind generell positiver Natur. Die im letzten Jahr sehr schwierigen Rahmenbedingungen der Rinderzucht und Milchproduktion haben voraussichtlich die Talsohle erreicht und befinden sich im Aufwärtstrend.


Export 2009 nach Regionen
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